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Mülltüten aus Zeitungspapier falten – Anleitung – Eine Einfache Alternative Zu Plastiktüten Selber Machen

Beim Ausleeren eines kleinen Papierkorbs fällt oft erst auf, wie schnell sich Plastiktüten ansammeln: eine im Bad, eine neben dem Schreibtisch, vielleicht noch eine in der Küche für trockene Reste. Für solche leichten Abfälle nehme ich gern eine gefaltete Tüte aus Zeitungspapier. Sie ist nicht so belastbar wie eine gekaufte Mülltüte, aber für Papierfitzel, Staub und trockene Verpackungsreste reicht sie häufig aus. Und wenn sie einmal reißt, ist nicht gleich der ganze Behälter verdorben.

Der Kniff liegt weniger in einer komplizierten Falttechnik als in der passenden Papiergröße und einem Boden, der nicht nur aus einer einzelnen Falte besteht. Mit einem großformatigen Zeitungsbogen gelingt eine brauchbare Tüte in wenigen Minuten. Ich zeige hier eine Variante mit einfachem, flachem Boden. Ein Stück Papierklebeband macht ihn zuverlässiger; wer darauf verzichten möchte, kann die Laschen ineinanderstecken, sollte die Tüte dann aber nur leicht befüllen.

Welches Zeitungspapier sich eignet

Am besten funktioniert ein zusammenhängender Doppelbogen, also die aufgeschlagene Zeitungsseite mit zwei aneinanderhängenden Blättern. Einzelne, dünne Seiten reißen beim Öffnen der Tüte schneller ein. Falls Ihre Zeitung kleinformatig ist, legen Sie zwei Seiten übereinander. Das gibt dem Boden mehr Halt, macht die Tüte allerdings etwas steifer. Hochglänzende Beilagen sind meist zu glatt und lassen sich nicht so sauber falten wie gewöhnliches Zeitungspapier.

Streichen Sie das Papier vor dem Falten einmal mit der Hand glatt. Knicke, die schon vom Lesen darin sind, stören nicht grundsätzlich, aber ein tiefer Riss nahe einer Kante wird später gern zur Sollbruchstelle. Legen Sie den Bogen im Querformat vor sich, mit der langen Kante waagerecht. Eine Tüte aus einem großen Doppelbogen passt ungefähr in einen kleinen Papierkorb; die genauen Maße hängen natürlich vom Zeitungsformat ab. Für einen hohen Behälter können Sie den Bogen etwas schmaler falten, statt einfach nur die Tüte oben umzuschlagen.

Die Tüte Schritt für Schritt falten

1. Seitliche Naht anlegen. Klappen Sie die linke kurze Seite etwa ein Drittel nach innen. Die rechte Seite schlagen Sie darüber, sodass sich die Kanten um ungefähr drei bis fünf Zentimeter überlappen. Drücken Sie die Überlappung sorgfältig glatt. Sie bildet später die Seitennaht. Wenn Sie Papierklebeband zur Hand haben, genügt ein schmaler Streifen entlang dieser Naht. Ohne Klebeband kann die überlappende Kante ebenfalls halten, wenn Sie sie nach innen einschlagen und die Tüte anschließend nicht stark auseinanderziehen.

2. Den Schlauch flach drücken. Heben Sie das gefaltete Papier vorsichtig an und formen Sie daraus einen offenen Schlauch. Legen Sie ihn wieder flach hin, die überlappende Naht möglichst mittig auf einer Seite. Die beiden seitlichen Knicke sollten jetzt gut sichtbar sein. Fahren Sie mit dem Fingernagel oder der Fingerkuppe über die Kanten. Saubere, feste Knicke helfen, dass sich der Boden gleichmäßig öffnen lässt.

3. Boden nach oben falten. Schlagen Sie das untere Ende des flach liegenden Schlauchs etwa sieben bis acht Zentimeter nach oben. Das ist zunächst nur die Markierung für den Boden, noch nicht der fertige Boden selbst. Öffnen Sie die Falte wieder. An den Seiten sehen Sie nun zwei kurze Knicklinien, die beim nächsten Schritt als Orientierung dienen.

4. Boden zur Raute öffnen. Greifen Sie die obere Lage an der unteren Öffnung und ziehen Sie sie vorsichtig auseinander. Drücken Sie die Seiten nach innen, bis sich der zuvor gefaltete Abschnitt zu einer flachen Raute öffnet. Die untere Spitze der Raute zeigt nach oben, die obere nach unten; die seitlichen Kanten bilden zwei Dreiecke. Das klingt beim Lesen abstrakter, als es in der Hand ist: Entscheidend ist, dass der bisher flache Papierschlauch an dieser Stelle zu einer breiten, flachen Bodenfläche wird. Arbeiten Sie langsam, damit die Naht nicht aufspringt.

5. Laschen schließen. Falten Sie die untere Spitze der Raute ein Stück über die Mitte. Danach schlagen Sie die obere Spitze darüber, sodass beide Laschen sich überlappen. Drücken Sie die Fläche fest an. Für eine zuverlässige Tüte kleben Sie die überlappenden Laschen mit einem kurzen Streifen Papierklebeband zusammen. Das Band sollte nicht bis an die seitlichen Außenkanten reichen; dort bleiben kleine Bereiche, die sich beim Aufstellen nach unten legen. Ohne Band können Sie die obere Lasche unter die untere schieben. Diese Lösung hält für sehr leichte Abfälle, ist aber weniger sicher, sobald etwas Druck auf den Boden kommt.

6. Tüte aufstellen und formen. Öffnen Sie den Schlauch von oben und schieben Sie den Boden mit der flachen Hand nach unten. Stellen Sie die Tüte auf eine gerade Fläche und drücken Sie die unteren Ecken leicht nach außen. Wenn sie zunächst wieder zusammenfällt, formen Sie sie einmal in einem kleinen Abfalleimer. Der Eimer gibt dem Papier Halt und verhindert, dass die Seiten beim Befüllen nach innen klappen. Überstehendes Papier am oberen Rand können Sie nach außen umschlagen; das macht die Öffnung stabiler und sieht ordentlicher aus.

Was in eine Zeitungstüte gehört – und was nicht

Für trockenen, leichten Müll ist die gefaltete Tüte gedacht. Ich verwende sie beispielsweise für zerknüllte Notizzettel, Staub vom Schreibtisch oder leere, saubere Papierverpackungen. Bei scharfkantigen Resten lohnt ein kurzer Blick, bevor sie hineinkommen: Eine Heftklammer oder eine harte Ecke kann das Papier punktuell durchstoßen. Ebenso sollte der Boden nicht als Tragegriff dienen. Am besten nehmen Sie die Tüte samt Inhalt aus dem Behälter und halten sie dabei von unten mit einer Hand.

  • Gut geeignet: Papierfitzel, trockener Staub, leichte und trockene Verpackungsreste.
  • Nur mit Vorsicht: kleine, kantige Gegenstände oder etwas schwerere Abfälle; hier hilft ein doppelter Papierbogen.
  • Nicht geeignet: Flüssigkeiten, feuchte Küchenreste, nasser Kaffeesatz oder Abfälle, die schmieren und durchweichen.

Bei feuchten Abfällen ist Zeitungspapier keine gleichwertige Alternative zu einer dicht schließenden Tüte. Das Material saugt Flüssigkeit auf, und der Boden kann sich lösen, bevor Sie den Müllbehälter erreichen. Auch bei Biomüll sollten Sie die örtlichen Vorgaben prüfen: Manche Kommunen erlauben Zeitungspapier als Einlage, andere machen Einschränkungen. Eine trockene Papiertüte ist außerdem nicht automatisch für jeden Wertstoff- oder Restmüllbehälter die richtige Lösung.

Wenn die erste Tüte nicht gleich hält

Der häufigste Fehler ist ein zu knapp bemessener Überstand an der Seitennaht. Überlappen die Kanten nur um einen Zentimeter, zieht sich der Schlauch beim Öffnen leicht auseinander. Falten Sie die Naht neu und geben Sie ihr mehr Breite oder fixieren Sie sie mit einem kleinen Stück Klebeband. Reißt der Boden beim Aufstellen, war die Papierlage wahrscheinlich zu dünn oder die Laschen haben sich nicht ausreichend überdeckt. Ein zweiter Bogen als Verstärkung hilft, sollte aber schon vor dem Falten sauber unter dem ersten liegen.

Auch ein schiefer Boden lässt sich meist korrigieren. Legen Sie die Tüte flach hin und drücken Sie die beiden Bodenlaschen noch einmal entlang der Mitte nach. Anschließend öffnen Sie sie erneut und schieben die Ecken von innen nach außen. Es muss keine perfekt rechteckige Einkaufstüte werden. Wichtig ist, dass der Boden auf einer Fläche steht und die Seitennähte nicht unter Spannung geraten.

Eine kleine Änderung im Alltag

Ich falte meist gleich zwei oder drei Tüten, wenn eine Zeitung ohnehin auf dem Tisch liegt. Die flachen Exemplare lassen sich ineinanderlegen und brauchen kaum Platz. Dabei merkt man schnell, welche Größe zum eigenen Papierkorb passt: Für den Schreibtisch reicht oft ein schmaler Bogen, während ein breiter Küchenbehälter eine größere Tüte oder einen doppelt gelegten Boden braucht. Nach dem ersten Versuch werden die Handgriffe vertraut, vor allem das Öffnen der Raute am Boden.

Die Papiertüte ersetzt keine stabile Plastiktüte für schweren oder nassen Müll. Sie kann aber dort eine einfache Möglichkeit sein, eine weitere Plastiktüte einzusparen, wo der Inhalt trocken bleibt und der Behälter selbst die Form stützt. Vielleicht ist gerade das ihr angenehmer Nebeneffekt: Man muss nicht gleich den ganzen Haushalt umstellen. Man beginnt mit einem kleinen Papierkorb, einem alten Zeitungsbogen und der Frage, ob diese Tüte für den heutigen Abfall tatsächlich dicht sein muss.

Foto von Abdelrahman Ismail auf Unsplash

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